Ein versöhnliches Ende.
Nach erholsamem Schlaf in der Parte Hütte, war uns vor der letzten Etappe nicht mehr bang. Der Hüttenwart war recht überrascht, dass nachts noch ein paar Gäste eingefallen sind. Richtig fröhlich schien er auch nicht. Aber wie es auf den Hütten üblich ist, haben wir unsere Spuren alle entfernt, sauber gemacht, frisches Wasser geholt (das wird einfach aus dem See geschöpft, mit einem großen Edelstahleimer), den Müll entsorgt und durchgefegt. Ein bißchen Feuerholz haben wir auch noch gemacht, da wir am Abend vorher ordentlich eingeheizt hatten um uns aufzuwärmen.
Die Parte Hütte, bzw. eine der Hütten in der wir übernachtet haben, ist praktisch aber auch sehr gemütlich eingerichtet. Es gibt keine Zimmer sondern eher Abteile, immer aus 2 Stockbetten bestehend, abgetrennt zum Hauptraum durch einen Vorhang. Der Hauptraum besteht aus einer großzügigen Koch-Zeile und einem großen Gemeinschaftstisch aus solidem Holz. Es ist alles da, was man zum Kochen braucht, Töpfe, Pfannen, Geschirr, Besteck, etc. Es gibt auch immer ein Regal, in dem Wanderer Teile ihrer Ausrüstung ablegen, weil sie zuviel hatten, oder um anderen zu helfen. Dort finden man immer ein paar Nudeln, Öl, Gewürze, Gas oder Spiritus für den Kocher, aber auch Tütensuppen oder ähnliches.
Zur letzten Etappe ließen wir uns morgens nicht so viel Zeit wie am Vortag. Wir packten nach dem Frühstück, beglichen die Rechnung und gingen los. Der Weg, bzw. die Holzbohlen führten durch nasses, sumpiges Gebiet. Insgesamt habe ich diese Etappe nicht sehr spannend in Erinnerung, einzig der See Stuor Dahta erschien mir nach einer Wegbiegung wie ein Meer im Wald zu liegen. Die Natur ist hier phantastisch. Speziell im Herbst zeigen sich hier unglaublich viele Farben, etliche Varianten von Rot, Orange, Gelb. Leider kann man die Gerüche mit den Fotos nicht abbilden, denn das ist nochmal eine Besonderheit für sich.
Abschließend haben wir noch eine Mittagspause im Freien gemacht, gekocht, bzw. kochendes Wasser in unser Tütenessen geschüttet und gegessen. Aber nach einigen anstrengenden Stunden auf den Beinen ist ein heißes Tütenessen ein wahrer Genuss. Es sollte auch unser letztes Outdoor-Lunch sein, auf dieser Tour. Wir hatten laut GPS noch rund 1,5 km bis zu unserem letzten Ziel – Kvikkjokk. Das GPS stimmte nicht, und wir kamen schon eher am Ziel an. Was für eine Freude! Zumindest bei uns, die Stations-Wärter waren arg abweisend, obwohl wir angekündigt und angemeldet waren. Egal, jetzt ein Siegerbier und dann ab in die Falle. Aber der Kiosk hatte bereits geschlossen, zu Essen gab es auch nichts, das war ein bißchen frustrierend, gefühlt kamen wir gerade von einer Weltwanderung zurück in die Zivilisation, und niemand wusste das zu würdigen.
Schließlich fand sich noch eine freundliche Dame, die uns den Kiosk öffnete und geduldig wartete, bis wir „eingekauft“ hatten. Es gab Leichtbier und Kekse. Damit feierten wir unser Ankommen.
So richtig wohl haben wir uns in Kvikkjokk nicht gefühlt, also machten wir nach ausgiebigem heißen Duschen einen kleinen Gang zur Bushaltestelle. Es ware bereits spät, kein Bus fuhr mehr. Der nächste erst wieder am nächsten morgen gegen 6:00h. Meine Güte, also früh aufstehen und ab geht’s. Wir hatten uns entschlossen nach Jokkmokk zu fahren um vorn dort wieder an unser bei Kebnats abgestelltes Auto zu kommen. Ich erinnere mich daran, wie ich versucht habe im Bus zu schlafen, gelang mit nicht. Und dann in Jokkmokk angekommen war mir kalt.
Auf der Anreise hatten wir in Jokkmokk im „Hotel Jokkmokk“ übernachtet, ungeplant und spontan sind wir da morgens gegen 4:00h aufgeschlagen aber sehr freundlich behandelt worden und haben schöne Zimmer und reichhaltiges Frühstück bekommen. In diesem Hotel nun, haben wir unsere Rucksäcke unterbringen können um uns füe ein paar Stunden ein Auto zu mieten, nach Kebnats zu fahren (schlappe 130km ein Strecke) um dann unser Auto zu holen. Ja, das war irgendwie auch nicht so richtig effektiv geplant. Zumal wir noch einen Reservetag hatten, den haben wir dann in Saloluokta verbracht. Also mit unserem Auto wieder zurück nach Kebnats, aufs Boot gewartet, übergsetzt und einen schönen Abschluss unserer Tour bei einem hervorragenden Abendessen mit Wein verbracht.
