Zum Kebnekaise

Es ist der 06. September. Die Nacht, die hinter uns liegt hat Frost und Raureif gebracht. Beim Kaffeekochen gefriert der Atem in der Luft, es ist still, die gelben Blätter der krummen Krüppelbirken bewegen sich nicht, eine leichter Dunst liegt zwischen ihnen. Herbst in Lappland.

Nach der Anreise am Vortag, mit den üblichen Turbulenzen wie verspätete Züge und Flüge, sitzen wir auf dem Boden etwas abseits der Station Nikkaluokta vor unseren Zelten. Das Wasser in den Kochern wird langsam heiß, während schon die ersten Frühaufsteher ihre Wanderutensilien gepackt haben und auf dem Weg in Richtung Fjällstation Kebnekaise sind. Wir lassen es gemächlich angehen und geben dem neuen Tag genug Raum sich langsam auszubreiten. Die Sonne steigt auf und es dauert nicht lang, bis der Dunst verschwindet und wir in einen hellen, blauen Himmel sehen können. Ein wunderbarer erster Wandertag.

Bisher waren wir zu zweit oder dritt auf unseren Touren in Lappland, dieses Mal ist Fergie dabei, unser Wanderhund.
Nachdem wir alle gefrühstückt haben, werden alle Sachen für das Rucksackpacken neu sortiert, was unwichtig ist bleibt im Auto, was wichtig ist wird wasserfest verpackt und nach und nach im Rucksack verstaut. Schlussendlich haben zwei Rücksäcke ein deutliches Übergewicht – vermutlich sind alle Waagen in Lappland kaputt.

Es geht los. Wir starten spät, wie immer und freuen uns auf die erste Etappe, die uns nach Kebnekaise führen wird. Nach rund 5 km kann die 19 km lange Etappe mit einem Boot abgekürzt werden, was wir gemacht haben, damit wir nicht alle schon am ersten Tag völlig kaputt sind. Allerdings haben wir das Boot nicht nur aus Faulheit genommen, sondern auch um die Kräfte unseres ältesten Wanderers zu schonen.
Die Bootsfahrt selber findet mit alten Metallbooten statt, die seit den Fünfzigerjahren ihre Dienste leisten. Aber das Kräftesparen hatte nicht den gewünschten Erfolg. Nach den letzten 8 km an der Station Kebnekaise angekommen, haben wir die gesamte Tourplanung geändert und uns entschieden einen festen Stützpunkt zu wählen, von dem aus wir Tagestouren machen können. die Fjällstation Saltoluokta ist dieser Stützpunkt geworden.

Von unserem ersten Tag, inkl. der Übernachtung im Zelt am Fuß des Kebnekaise sind hier ein paar Bilder zu sehen.