Der letzte Tag in der Natur

Auch dieser Aufenthalt in Lappland geht zu Ende. Zuerst für meinen Bruder und den Wanderhund. Sie beide treten heute ihre Rückreise mit dem alten Volvo an, was eine lange Zeit auf der Straße bedeutet.
Das Zeltlager wird verkleinert, es bleibt nur mein Zelt zurück. Alles andere zusammengeräumt, eingerollt und verpackt. Und weg.

Mein Bruder macht sich auf den Weg, wir begleiten ihn zum Boot und verabschieden uns. Mein Vater und ich bleiben einen Tag länger und verbringen diesen Tag mit einem Gang auf dem Kungsleden in Richtung Sitojaure. Der Himmel ist wieder enorm groß, die Wolken formieren sich um mit dem Licht zu spielen. Wir hören Motorräder in der Ferne und wundern uns. Es sind Samen, die ihre Rentiere zusammentreiben. Ein unwirkliches Geräusch in dieser sonst so stillen Gegend.

Wir gehen weiter und suchen einen Fels der in der Landschaft liegt, einen Fels, an dem wir vor 5 Jahren die erste Pause auf unserer ersten gemeinsamen Wanderung in Lappland gemacht haben. Das Wetter war sehr ähnlich zu dem, das wir heute haben. Windig, Regen deutet sich an, kühl.

Wir finden einen Felsen; es ist nicht derselbe wie vor 5 Jahren, aber er liegt am Weg; wir wollen Tee kochen und nehmen ihn als Pausen-Fels an. Nachdem wir Tee gekocht und getrunken haben fängt es an zu nieseln, es ist windig, und wir machen uns auf den Rückweg.
Eine schöner Gang! Er weckt die Lust darauf, den ganzen Weg zu gehen. Aber wir müssen zurück, denn am nächsten Tag geht unser Boot auf die andere Seite, zum Bus.

Das Abendessen kochen wir in der Gemeinschaftsküche der Station. Nach ausgiebigen Saunagängen mit traumhaften Blick auf den See und die Berge sitzen wir in der gemütlichen Küche. Es gesellen sich zwei Schweden dazu, die wie wir ihr Instantessen zubereiten. Wir essen die letzte Wurst und Rauchfleisch und jeder sein Instant-Gericht. Der letzte Abend in der Wildnis.
Ich gehe durch die Dunkelheit zu meinem Zelt und genieße den letzten Abend, die letzte Nacht draußen, zwischen Birken, Wind. Am See. Mit einem kleinen Feuer.

Der Abreisetag. Wir treffen uns am Haupthaus, schultern die wenig beanspruchten, prallen Rucksäcke, gehen zum Steg und warten auf die Abfahrt des Bootes.
Auf der anderen Seite des Sees warten wir auf den Bus der uns nach Gällivare bringt. Dort nehmen wir den Zug nach Kiruna wo wir am späten Nachmittag ankommen. In der Stadt der Mine. Wir checken in unserem Hotel ein, und machen einen kleinen Gang durch die Straßen der Stadt, zur Kirche, vorbei an Geschäften in denen wir noch das ein oder andere Mitbringsel finden, um nach einem landesüblichen Fast-Food Abendessen in unsere Betten zu kriechen. Lappland neigt sich dem Ende.

Am Tag drauf fahren wir mit dem Bus zum Flughafen, checken uns per Automat ein und warten wieder, auf den verspäteten Flug. Aber schlussendlich klappt alles, und am Abend dieses Tages sind wir wieder zu Hause.

Lappland 2014 – Ende.